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IHK AP2 Kaufleute für Digitalisierungsmanagement

LF 10: Change Management & Agiles Transformationsmanagement

Kotters 8 Stufen, Lewins 3-Phasen-Modell, Stakeholder-Widerstände & Scrum im Projekt

📚 Fachwissen & IHK-Prüfungsrelevanz

Digitalisierungsprojekte scheitern selten an der Technologie, sondern am menschlichen Widerstand gegen Veränderungen.

1. Change-Management-Modelle

  • 3-Phasen-Modell nach Kurt Lewin:
    1. Unfreezing (Auftauen): Einsicht in Notwendigkeit der Veränderung schaffen, Verunsicherung abbauen.
    2. Moving (Verändern): Neue Verhaltensweisen und digitale Tools etablieren, Schulungen durchführen.
    3. Refreezing (Wiedereinfrieren): Neue Standards im Arbeitsalltag stabilisieren und belohnen.
  • Kotters 8-Stufen-Modell: Dringlichkeit erzeugen → Führungskoalition aufbauen → Vision entwickeln → Vision kommunizieren → Hindernisse beseitigen → Schnelle Erfolge (Quick Wins) feiern → Erfolge konsolidieren → Veränderungen in der Kultur verankern.

📝 Original-Prüfungsaufgaben (ZPA Nord-West)

Prozessdigitalisierung & Robotic Process Automation (RPA) 8 Punkte
In der Buchhaltung überträgt eine Sachbearbeiterin täglich manuelle Adressdaten aus Web-Formularen in ein 20 Jahre altes Terminal-ERP-System ohne API-Schnittstelle.

a) Erläutern Sie das Funktionsprinzip von Robotic Process Automation (RPA) im Vergleich zu einer systemischen API-Integration. b) Nennen Sie zwei Kriterien, die einen Geschäftsprozess besonders für den Einsatz von RPA qualifizieren. c) Welche Nachteile hat RPA bei Änderungen an der grafischen Benutzeroberfläche (GUI) des Altsystems?

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
a) RPA simuliert menschliche Interaktionen an der grafischen Benutzeroberfläche (Tastatureingaben, Mausklicks, Bildschirmauslesen / Screen Scraping), ohne in den Quellcode oder die Backend-Logik der Anwendung einzugreifen. Eine API bindet Systeme direkt auf Daten- und Protokollebene an. b) 1. Hohe Standardisierung und regelbasierte Logik (keine unvorhersehbaren Ausnahmen), 2. Hohes Transaktionsvolumen und repetitive Arbeitsabläufe. c) Hohe Fragilität: Bereits geringfügige Änderungen am Layout, Schaltflächen-Positionen oder Auflösungen können dazu führen, dass der Software-Bot fehlschlägt und manuelle Nacharbeit erfordert.