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AP2 Modul 03: Serverdienste, Active Directory & Identitäten (LF 10)

AD DS Topologie, FSMO-Rollen, AGDLP-Prinzip, GPO-Vererbung (LSDOU), Kerberos 3-Wege-Handshake & PKI.

🏢 Serverdienste, Active Directory & Identity Management (LF 10)

Lernfeld 10 umfasst die Konzeption und Bereitstellung zentraler Verzeichnis- und Identitätsdienste: Active Directory Domain Services (AD DS), die FSMO-Rollen, das Berechtigungsdesign nach AGDLP, Gruppenrichtlinien (GPOs), Kerberos-Authentifizierung und Public Key Infrastructure (PKI).

1. Die 5 FSMO-Rollen (Flexible Single Master Operation)

FSMO-RolleGeltungsbereichAufgabe & Bedeutung
Schema Master 1x pro Gesamtstruktur (Forest) Steuert Änderungen an den Definitionen von Objektklassen und Attributen des Active Directory.
Domain Naming Master 1x pro Gesamtstruktur (Forest) Verwaltet das Hinzufügen oder Entfernen von Domänen und Anwendungspartitionen in der Gesamtstruktur.
PDC Emulator 1x pro Domäne Zentraler Zeitgeber (NTP) für alle Clients/Server, bevorzugtes Ziel für Passwortänderungen und Sperrungen, verarbeitet ältere NT4-Anfragen.
RID Pool Master 1x pro Domäne Vergibt relative Identifier-Blöcke (RIDs) an alle DCs der Domäne zur Generierung weltweit eindeutiger SIDs für neue Objekte.
Infrastructure Master 1x pro Domäne Verwaltet domänenübergreifende Referenzen (Phantome) und aktualisiert Gruppenmitgliedschaften fremder Domänen.

2. Das AGDLP-Prinzip zur sauberen Rechtevergabe

Standard nach Microsoft und IHK: Niemals Benutzer direkt berechtigen!
- A (Account): Benutzerkonto (z. B. max.mustermann).
- G (Global Group): Fasst Benutzer nach betrieblicher Funktion zusammen (z. B. GG_Buchhaltung).
- DL (Domain Local Group): Repräsentiert die Berechtigung auf eine konkrete Ressource (z. B. DL_Share_Rechnungen_Modify).
- P (Permissions): Zugriffsrechte (NTFS-ACLs: Lesen, Ändern, Vollzugriff), die ausschließlich der Domain Local Group zugewiesen werden.

3. GPO-Verarbeitung (LSDOU) & Kerberos-Handshake

- LSDOU-Reihenfolge: 1. Local Policy $ ightarrow$ 2. Site Policy $ ightarrow$ 3. Domain Policy $ ightarrow$ 4. OU Policy (untergeordnete OUs überschreiben übergeordnete). Ausnahmen: Enforced (Erzwungen) bricht Blockierungen.
- Kerberos Authentifizierung (Port 88): 1. Client sendet AS-REQ an KDC und erhält TGT (Ticket Granting Ticket); 2. Client sendet TGS-REQ mit TGT und erhält Service Ticket; 3. Client weist sich mit Service Ticket beim Zielserver aus (AP-REQ). Kein Passwort wird je über das Netz übertragen!

📝 Authentische IHK-Prüfungsaufgaben nach ZPA 2. Auflage

Bearbeiten Sie die Aufgaben und vergleichen Sie Ihre Antwort mit dem didaktischen Erwartungshorizont:

Active Directory FSMO-Rollen 10 Punkte
In einer Microsoft Active Directory Domain Services (AD DS) Gesamtstruktur existieren fünf FSMO-Rollen (Flexible Single Master Operations).

Nennen Sie die fünf FSMO-Rollen, unterscheiden Sie zwischen gesamtstrukturweiten und domänenweiten Rollen und erläutern Sie die Aufgaben des PDC-Emulators.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
Group Policy Objects (GPO) Vererbung LSDOU 8 Punkte
In einer Active-Directory-Umgebung werden Gruppenrichtlinien (GPOs) angewendet.

Erläutern Sie die Auswertungsreihenfolge von Richtlinien nach der LSDOU-Regel und beschreiben Sie die Auswirkung der Einstellungen "Vererbung deaktivieren" (Block Inheritance) und "Erzwungen" (Enforced).

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
Kerberos-Authentifizierung 3-Wege-Handshake 8 Punkte
Active Directory verwendet standardmäßig das Kerberos-Protokoll zur sicheren Benutzerauthentifizierung.

Beschreiben Sie die drei Schritte des Kerberos-Prozesses unter Nennung der Rollen KDC, AS, TGS, TGT und Service-Ticket.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
Public Key Infrastructure (PKI) X.509 8 Punkte
Ein Unternehmen baut eine zweistufige Public-Key-Infrastruktur (PKI) mit Offline-Root-CA und Online-Sub-CA auf.

Begründen Sie, warum die Root-CA offline betrieben wird, und erklären Sie den Unterschied zwischen einer Sperrliste (CRL) und OCSP.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
E-Mail-Sicherheit SPF, DKIM und DMARC 9 Punkte
Zur Verhinderung von Spam, Spoofing und Phishing im Namen der eigenen Firmendomäne werden DNS-Einträge konfiguriert.

Erläutern Sie die Aufgaben und Funktionsweisen von SPF, DKIM und DMARC.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
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