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AP2 Modul 01: Enterprise Routing & Switching (LF 9)

IEEE 802.1Q VLANs, Router-on-a-Stick, L3-Switching, RSTP 802.1w, LACP 802.3ad, OSPF, BGP, VRRP & Redundanz.

🌐 Enterprise Routing, Switching & Redundanz (LF 9)

Lernfeld 9 ist das technische Kernfach für Systemintegratoren in der AP2: Enterprise-VLANs, Router-on-a-Stick, Layer-3-Switching, Spanning Tree (RSTP 802.1w), Link Aggregation (LACP), dynamisches Routing (OSPF & BGP) und First Hop Redundancy (VRRP/HSRP).

1. IEEE 802.1Q Frame-Tagging & VLAN-Trunking

Das 4-Byte 802.1Q-Tag wird zwischen Source-MAC und EtherType-Feld eingefügt:
- TPID (2 Byte): Fester Hex-Wert 0x8100 zur Kennzeichnung des VLAN-Frames.
- TCI (2 Byte): Enthält Prioritätsbits (PCP, 3 Bit), Drop Eligible Indicator (DEI, 1 Bit) und VLAN-ID (VID, 12 Bit) für theoretisch 4.096 VLANs (Werte 0 und 4095 reserviert, nutzbar 1–4094).
- Trunk-Ports (Tagged): Leiten Frames mehrerer VLANs mit Tag weiter.
- Access-Ports (Untagged): Gehören fest genau einem VLAN an; Endgeräte empfangen native Standard-Ethernet-Frames.

2. Inter-VLAN Routing: Router-on-a-Stick vs. Layer-3-Switch SVI

KriteriumRouter-on-a-Stick (RoaS)Layer-3-Switch (SVI)
Funktionsweise Ein einzelnes physisches Interface ist als Trunk konfiguriert und in logische Subinterfaces unterteilt (z. B. g0/0.10). Switched Virtual Interfaces (z. B. interface Vlan 10). Routing erfolgt direkt im Switch-Hardware-ASIC.
Performance Flaschenhals: Daten müssen Switch verlassen, über Trunk zum Router und zurück. Drahtgeschwindigkeit (Wire-Speed Routing) ohne Bandbreiteneinbußen.
Kosten & Einsatz Geringere Hardwarekosten, geeignet für kleine Netzwerke. Höhere Anschaffungskosten, Standard in Enterprise-Core- und Distribution-Layers.

3. Spanning Tree Protocol (RSTP IEEE 802.1w)

Verhindert verheerende Loops (Broadcast-Stürme, MAC-Table Thrashing) in vermaschten Layer-2-Topologien:
- Root Bridge Wahl: Switch mit der niedrigsten Bridge ID (Priority + System-ID-Extension + MAC-Adresse). Standard-Priorität: 32768.
- Port-Rollen: Root Port (RP, bester Pfad zur Root Bridge je Nicht-Root-Switch), Designated Port (DP, bester Port auf jedem Segment), Alternate/Backup Port (blockiert Schleifen).
- RSTP Port-Zustände: Discarding (verwirft Daten), Learning (lernt MACs), Forwarding (leitet regulär weiter). Konvergenzzeit unter 1 Sekunde durch Handshake-Mechanismus (Proposal/Agreement).

4. Link Aggregation (LACP IEEE 802.3ad) & First-Hop Redundancy (VRRP)

- LACP (802.3ad): Bündelt bis zu 8 physische Ethernet-Links zu einem logischen Port-Channel / Trunk. Erhöht Bandbreite und bietet Ausfallsicherheit bei Kabelbruch. Modi: Active (initiiert Verhandlung) und Passive.
- VRRP (RFC 5798): Mehrere Router teilen sich eine virtuelle IP- und MAC-Adresse (00:00:5E:00:01:XX), die Clients als Standard-Gateway eingetragen haben. Fällt der Master-Router aus, übernimmt der Backup-Router nahtlos.

📝 Authentische IHK-Prüfungsaufgaben nach ZPA 2. Auflage

Bearbeiten Sie die Aufgaben und vergleichen Sie Ihre Antwort mit dem didaktischen Erwartungshorizont:

Redundante Netzwerkinfrastruktur mit VRRP & LACP 8 Punkte
Für eine hochverfügbare Rechenzentrumsanbindung werden zwei Layer-3-Switches als redundantes Standard-Gateway für Clients eingerichtet. Gleichzeitig werden Server über mehrere Netzwerkkarten redundant angebunden.

Erklären Sie das Zusammenspiel von Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP) für die Gateway-Redundanz und Link Aggregation Control Protocol (LACP nach 802.3ad) für die Serveranbindung.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
IEEE 802.1Q Frame-Tagging 8 Punkte
In einem Firmennetzwerk werden VLANs über Trunk-Verbindungen zwischen Switchen übertragen.

Beschreiben Sie den Aufbau des 4-Byte 802.1Q-VLAN-Tags (TPID, TCI, VID) und unterscheiden Sie Access- und Trunk-Ports.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
Inter-VLAN Routing Router-on-a-Stick 8 Punkte
Zwei Abteilungen befinden sich in VLAN 10 (192.168.10.0/24) und VLAN 20 (192.168.20.0/24). Ein physischer Router ist über eine einzelne Gigabit-Leitung an den Core-Switch angebunden.

Erläutern Sie das Verfahren "Router-on-a-Stick" und geben Sie die wesentlichen Konfigurationsschritte auf dem Router (Subinterfaces, dot1Q) an.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
Layer-3-Switch SVI Konfiguration 6 Punkte
Zur Entlastung des Routers soll das Routing zwischen zehn VLANs direkt auf einem Layer-3-Core-Switch durchgeführt werden.

Erklären Sie den Unterschied zwischen einem Layer-2- und einem Layer-3-Switch und beschreiben Sie die Funktion eines Switched Virtual Interface (SVI).

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
Spanning Tree Protocol RSTP 802.1w 8 Punkte
Drei Switche sind im Dreieck redundant miteinander verkabelt.

Welche drei gravierenden Netzwerkprobleme treten ohne Spanning Tree auf und wie verhindert Rapid STP (802.1w) Schleifen im Netzwerk?

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
Link Aggregation LACP 802.3ad 8 Punkte
Zwei Switche werden über vier parallele 1-Gbit/s-Kupferkabel miteinander verbunden.

Erläutern Sie die Vorteile von Link Aggregation (LAG / LACP) gegenüber Einzelverbindungen mit Spanning Tree und beschreiben Sie, wie die Lastverteilung erfolgt.

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
OSPF Link-State Routing & Kostenberechnung 8 Punkte
In einem Unternehmensnetzwerk mit mehreren Standorten wird OSPF (Open Shortest Path First) als dynamisches Routing-Protokoll eingesetzt.

Erklären Sie das Link-State-Konzept von OSPF und berechnen Sie die OSPF-Metrik für eine 100-Mbit/s- und eine 10-Gbit/s-Leitung bei einer Referenzbandbreite von 100 Gbit/s (100.000 Mbit/s).

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
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