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Modul 05: Netzplantechnik & Projektplanung nach DIN 69900

Projektstrukturplan (PSP), DIN 69900 Netzplanknoten, Vorwärts- und Rückwärtsterminierung, Gesamtpuffer (GP), Freier Puffer (FP) und der kritische Pfad.

📖 Fachtheorie & KMK-Prüfungswissen

1. Grundlagen der Netzplantechnik nach DIN 69900

Die Netzplantechnik ist ein Instrument zur Planung, Steuerung und Überwachung komplexer IT-Projekte. Sie visualisiert die logische Abhängigkeit von Vorgängen und berechnet die Gesamtdauer des Projekts.

2. Aufbau des DIN 69900 Vorgangsknotens

Vorgangs-ID / Bezeichnung
FAZDauer (D)FEZ
SAZGP / FPSEZ
  • FAZ: Frühester Anfangszeitpunkt
  • FEZ: Frühester Endzeitpunkt: $\text{FEZ} = \text{FAZ} + D$
  • SAZ: Spätester Anfangszeitpunkt: $\text{SAZ} = \text{SEZ} - D$
  • SEZ: Spätester Endzeitpunkt
  • Dauer (D): Zeitdauer des Vorgangs
  • Gesamtpuffer (GP): Zeitspanne, um die ein Vorgang verschoben werden kann, ohne das Projektende zu gefährden: $\text{GP} = \text{SAZ} - \text{FAZ} = \text{SEZ} - \text{FEZ}$
  • Freier Puffer (FP): Zeitspanne, um die ein Vorgang verschoben werden kann, ohne den frühesten Anfang des direkten Nachfolgers zu beeinflussen: $\text{FP} = \min(\text{FAZ}_{\text{Nachfolger}}) - \text{FEZ}$

3. Berechnungsschritte & Der Kritische Pfad

  1. Vorwärtsterminierung: Vom Projektstart zum Projektende. Bei mehreren Vorgängern gilt für den nachfolgenden FAZ das Maximum aller vorangehenden FEZ: $\text{FAZ} = \max(\text{FEZ}_{\text{Vorgänger}})$.
  2. Rückwärtsterminierung: Vom Projektende zum Projektstart. Das Projektende setzt $\text{SEZ} = \text{FEZ}$. Bei mehreren Nachfolgern gilt für den SEZ das Minimum aller nachfolgenden SAZ: $\text{SEZ} = \min(\text{SAZ}_{\text{Nachfolger}})$.
  3. Kritischer Pfad: Die Kette von Vorgängen, bei denen der Gesamtpuffer genau $\text{GP} = 0$ beträgt. Jede Verzögerung eines kritischen Vorgangs führt unmittelbar zur Verzögerung des gesamten Projektabschlusses!

✍️ Authentische IHK-Prüfungsaufgaben mit Erwartungshorizont

DIN 69900 Netzplanberechnung & Pufferanalyse 10 Punkte
Für die Migration eines Mailservers sind folgende Vorgänge gegeben: - Vorgang A (Ist-Analyse): Dauer 3 Tage, Vorgänger: keine - Vorgang B (Server-Installation): Dauer 4 Tage, Vorgänger: A - Vorgang C (Postfach-Export): Dauer 2 Tage, Vorgänger: A - Vorgang D (Cutover & DNS): Dauer 1 Tag, Vorgänger: B und C

1. Berechnen Sie für alle vier Vorgänge FAZ, FEZ, SAZ, SEZ sowie den Gesamtpuffer (GP) bei Projektstart am Tag 0. 2. Bestimmen Sie den kritischen Pfad und die Gesamtdauer des Projekts. 3. Vorgang C verzögert sich um 3 Tage. Welche Auswirkung hat dies auf das Gesamtprojektende?

💡 Didaktischer Erwartungshorizont & Punkteverteilung (nach KMK-Kriterien)
1. Berechnung der Zeitpunkte: - Vorgang A (D=3): FAZ=0, FEZ=3 | SAZ=0, SEZ=3 | GP=0 - Vorgang B (D=4): FAZ=3, FEZ=7 | SAZ=3, SEZ=7 | GP=0 - Vorgang C (D=2): FAZ=3, FEZ=5 | SAZ=5, SEZ=7 | GP=2, FP=2 - Vorgang D (D=1): FAZ=max(7, 5)=7, FEZ=8 | SAZ=7, SEZ=8 | GP=0 (4 Pkt.) 2. Kritischer Pfad & Gesamtdauer: - Kritischer Pfad: A -> B -> D (alle Vorgänge mit GP=0). (2 Pkt.) - Gesamtdauer des Projekts: 8 Tage. (1 Pkt.) 3. Auswirkung der Verzögerung bei Vorgang C: - Vorgang C hat einen Gesamtpuffer von 2 Tagen. - Eine Verzögerung um 3 Tage überschreitet den Puffer um 1 Tag (3 - 2 = 1). - Dadurch verzögert sich der Start von Vorgang D von Tag 7 auf Tag 8, und das gesamte Projektende verschiebt sich um 1 Tag von Tag 8 auf Tag 9. (3 Pkt.)
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